MCH Global Executive Creative Director Chris de Abreu über Kreativität, Zufall und Inspiration

Chris de Abreu ist seit 2009 MCH Globals Executive Creative Director. Davor hatte er schon viele Jobtitel. Gefallen hätte ihm am besten Magic Director. Einen bestimmten Titel zu tragen gehörte jedoch nie zu seinen Zielen: “Ich war schon immer ein Kreativer, mein ganzes Leben lang. Meine Eltern waren beide Künstler. Ich wollte auch einer werden. Aber während meiner College-Zeit bin ich mit der Werbewelt in Berührung gekommen und die hat mich in ihren Bann gezogen.”

Glück und Produktivität

Seine Rolle als Chef der Kreativen idealisiert Chris de Abreu gern: “Ich sorge dafür, dass meine Mitarbeiter happy sind und an schönen Kreationen arbeiten. Dass glückliche Mitarbeiter am besten arbeiten, das ist erwiesen.” Zum Beispiel in einer 2011 in der Harvard Business Review publizierten Studie, an der 236 Personen aus 26 Projektteams teilgenommen haben. Das Resultat ist eindeutig: “Menschen sind kreativer und produktiver, wenn ihr Gefühlsleben positiv ist – wenn sie glücklich sind, wenn die Arbeit an sich sie intrinsisch motiviert und wenn sie ihre Kollegen sowie ihren Arbeitgeber positiv wahrnehmen.”(1) Dies wird auch durch die Graphik von Alexander Kjerulf illustriert. (2)

Ein Führungsstil, der inspiriert

Doch nicht nur das Glück seines Teams liegt Chris de Abreu am Herzen: “Als Creative Director inspiriere ich Menschen und helfe ihnen dabei, etwas zu erreichen. Sowohl intern als auch auf Kundenseite.” MCH Globals Executive Creative Director vergleicht seine Arbeit mit der eines Schiedsrichters. Bei einem guten Fussballspiel bemerke man den Schiedsrichter gar nicht, nur das Match. Chris de Abreu sieht sich nicht als Spieler, sondern als der, der das Spiel unparteiisch lenkt und eine offene Arbeitskultur schafft. In einem solchen Umfeld spriessen die Ideen von MCH Globals Kreativen. Jedoch nicht nur von diesen, wie Chris de Abreu betont: “Für mich gehören zur Kreativ-Abteilung nicht nur die Personen, die kreativ oder Design in ihrem Jobtitel haben. Alle Mitarbeitenden haben eigene Fähigkeiten, die sie in den kreativen Prozess einbringen. Bei uns soll jeder seine Meinung sagen und kreative Ideen äussern. Ich glaube fest an flache Hierarchiestrukturen und daran, dass man Personen ermutigen muss, aus unterschiedlichen Perspektiven ihren Input beizutragen. Und an das Serendipity-Prinzip.”

Das Serendipity-Prinzip

Das schöne englische Wort ‘Serendipity’ beschreibt “den glücklichen Zufall, durch den sich entdecken lässt, wonach gar nicht gesucht wurde”. Berühmte Beispiele dafür sind Christoph Columbus Reise nach Amerika, die Entdeckung von Penicillin, des Staubsaugers oder des Internets. Ähnlich wie beim Kreationsprozess in der Agentur kommen die Entdecker und Forscher sowohl durch intensives Arbeiten wie auch unerwartete Begegnungen und überraschende Inputs auf neue Ideen und Problemlösungen.(3)

Das Extra an Emotionen

Beim Kreationsprozess gilt für MCHs Executive Creative Director das Motto: “Lasst uns eine Kreation abliefern, die dem Brief entspricht und dann noch etwas on top, woran unser Kunde noch nicht gedacht hat, die Extra-Dimension.” Um den richtigen Mix zu erhalten, sei es wie bei einem feinen Gericht, so Chris de Abreu. Die Kombination der richtigen Zutaten müsse stimmen, damit das Essen am Ende (dem Kunden) schmecke. Die wichtigste Zutat im Kreationsmix ist für Chris de Abreu die Emotion. Erlebnisse bräuchten Emotionen, denn daran würden sich Menschen am Ende erinnern.

Kreativität

Chris de Abreu ergänzt: “Für mich bedeutet Kreativität nicht unbedingt, total abgehobene Events zu inszenieren. Meiner Meinung nach bedeutet Kreativität, den Kunden und seine Ziele zu verstehen und eine Idee zu entwickeln, die eine Marke auf ein neues Level bringt.” Niemand sollte kreativ sein, nur um der Kreativität willen. Es müsse um ein vertieftes Verständnis gehen, darum, etwas neuartiges zu schaffen, so der Executive Creative Director. Er verweist auf die Künstler Pablo Picasso oder Jackson Pollock. Diese hätten die Regeln der Kunst neu definiert. “Nur wer die Regeln kennt, kann sie auch brechen. Und genau das machen wir hier bei MCH Global.”

Möchten Sie noch mehr über Kreativität erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen folgende Beiträge unserer Blue Sofa Serie und den Expert talks: Raus aus der Routine mit Jeremy Abbett und Kreativität und Mut mit Jeremy Abbett und Dr Jeni Fulton

References

1. “The Power of Small Wins,” by Teresa Amabile and Steven J. Kramer, Harvard Business Review, May 2011, Harvard Business Publishing (Link)

2. Alexander Kjerulf, TOP 10 REASONS WHY HAPPINESS AT WORK IS THE ULTIMATE PRODUCTIVITY BOOSTER (Link)

3. “Meckel, Miriam. Serendipity: 77 zufällige Entdeckungen, die Geschichte schrieben, Kein & Aber 2018 (Link)